Privatinsolvenz: Vorteile und Nachteile im Überblick

25.09.2017

Man kann schneller in die Schuldenfalle geraten als man denkt. Viele Menschen leiden unter der Last hoher Schulden (siehe SchuldnerAtlas 2017 und SchuldnerAtlas 2018). Ein Ausweg aus der Schuldenspirale für Verbraucher ist die Privatinsolvenz (Verbraucherinsolvenz). Wer sich an die festgelegten Pflichten (Obliegenheiten) hält, bekommt nach Beendigung der Wohlverhaltensphase (nahezu) alle Schulden erlassen und kann finanziell neu starten.

Rettungsring wird geworfen. Eine Privatinsolvenz als letzte Chance!

Privatinsolvenz als finanzieller Rettungsring!?

Dieser Frage gehen wir in den folgenden Absätzen nach. Sie finden Details über die Vorteile und Nachteile einer Privatinsolvenz. Wir hoffen, dass wir Ihnen damit bei einer wichtigen Entscheidung helfen können.

Falls Sie zahlungsunfähig sind oder Ihnen die Überschuldung droht, sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Nutzen Sie unsere kostenlose und unverbindliche Erstberatung!

Unsere erfahrenen Schuldnerberater schauen sich Ihre Situation genau an erkennen schnell, ob Sie ein Insolvenzverfahren durch einen außergerichtlichen Schuldenbereinigung vermeiden können. Dieser Vergleich mit Gläubigern ist i.d.R. für alle Beteiligten die bessere Alternative.

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Privatinsolvenz – oftmals die einzige Chance

Schulden sind heutzutage nichts Ungewöhnliches. Fast 10% der deutschen Bundesbürger gelten als “zahlungsunfähig”. Von einer Zahlungsunfähigkeit spricht man, wenn die Schulden so hoch sind, dass das Einkommen des Schuldners wahrscheinlich nicht ausreicht, um sie jemals vollständig zurückzubezahlen.

Nicht jeder ist verantwortlich für seine finanzielle Notlage, beispielsweise im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Trennung vom bzw. Tod des Partners. Die Privatinsolvenz ist häufig die einzige Möglichkeit, die Schulden komplett loszuwerden und sich aus der Schuldenspirale zu befreien.

ABLAUF EINER PRIVATINSOLVENZ:
1. Eine geeignete Stelle (nach §305 InsO) muss dem zahlungsunfähigen Schuldner im Rahmen des Insolvenzantrags bestätigen, dass ein außergerichtlicher Vergleich mit den Gläubigern gescheitert ist.
2. Ist auch eine gerichtliche Einigung nicht möglich, eröffnet das Insolvenzgericht das Insolvenzverfahren.
3. In der Wohlverhaltensphase zahlt der Schuldner den pfändbaren Teil des Einkommens an den Treuhänder, der das Geld unter den Gläubigern verteilt.
4. Hat der Schuldner seine Pflichten erfüllt, erlischen (nahezu) alle Schulden mit der Restschuldbefreiung. Nach drei bis sechs Jahren kann nun der finanzielle Neustart beginnen!

Die Vorteile einer Privatinsolvenz

Wenn man bereits zahlungsunfähig ist, einem die Schulden weiter über den Kopf wachsen und eine Einigung mit den Gläubigern unmöglich ist, gibt es keine andere Lösung als die Einleitung eines Insolvenzverfahrens. Eine Insolvenz ebnet Ihnen den Weg zu einem schuldenfreien Neuanfang.

Das hat auch aus psychischer Hinsicht viele Vorteile. Schuldner können ihre finanzielle Lage wieder weitestgehend selbst mitbestimmen. Vorher waren sie meistens schon jahrelang dem Druck der vielen Gläubiger und den Vollstreckungsversuchen ausgeliefert. Außerdem ist der psychische Druck immens. Beziehung und Familie leiden mit.

Mit der Einleitung des Insolvenzverfahrens kann die Entschuldung geplant werden und es ist von Anfang an klar, wann die Schulden abgetragen sind. Viele Schuldner zahlen zudem vor dem Insolvenzverfahren oftmals mehr Geld an ihre Gläubiger, als sie es aus rechtlicher Sicht eigentlich müssten. Auch das ist nun vorbei.

Wenn das Insolvenzverfahren eingeleitet wurde, ist es den Gläubigern verboten, eine Zwangsvollstreckung durchzuführen. Das pfändungsfreie Einkommen bleibt also unangetastet.

PFÄNDUNGSFREIBETRAG: Mit unserem Pfändungsrechner können Sie schnell und bequem ausrechnen, wieviel Geld Ihnen im Falle einer Insolvenz zum Leben bleibt.

Zudem ist eine vorzeitige Restschuldbefreiung möglich. So können Sie bereits nach drei Jahren schuldenfrei sein. Die Bedingung hierfür ist, dass Sie in diesem Zeitraum 35 Prozent der Schulden sowie die Verfahrenskosten beglichen haben. In anderen Fällen sind Sie nach sechs Jahren schuldenfrei. Ohne Privatinsolvenz dürfen die Gläubiger 30 Jahre lang bei Ihnen pfänden.

Privatinsolvenz als Chance

Privatinsolvenz als Chance begreifen

Vorteile im Überblick

  • Eine Verbraucherinsolvenz wird gewöhnlich ohne größere Problem durchlaufen.
  • Entsprechend der Dauer der Wohlverhaltensphase ist man nach drei bis sechs Jahren schuldenfrei.
  • Meist ergeben sich bei der Lebensführung keine unüberwindbaren Einschränkungen.
  • Das Existenzminimum ist durch Pfändungsfreigrenzen gesichert.
  • Besuche vom Gerichtsvollzieher haben ein Ende, denn die Schulden und das Vermögen werden von einem Insolvenzverwalter, später Treuhänder, verwaltet.
  • Ein finanzieller Neustart ist möglich, da fast alle Schulden am Ende des Verfahrens gelöscht werden.
  • Schufa-Einträge werden drei Jahre nach der Restschuldbefreiung beseitigt.
  • Sie müssen keine Angst mehr vor “bösen Briefen” haben und müssen sich – sofern Sie unsere Hilfe beanspruchen – nicht mehr selbst mit Ihren Gläubigern kommunizieren.

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Die Nachteile einer Verbraucherinsolvenz

Sie können die Verfahrenseröffnung nicht vor Ihrem Arbeitgeber geheim halten. Denn dieser muss das pfändbare Einkommen an den Insolvenzverwalter zahlen.

Es gibt auch Schulden, die von der Restschuldbefreiung am Ende der Wohlverhaltensphase nicht umfasst werden, also quasi nicht verschwinden. Dazu gehören Verbindlichkeiten aus vorsätzlich unerlaubter Handlung, also Deliktsforderungen z.B aus einem Betrug, sowie Bußgelder und Strafgelder.

Das langwierige Verfahren geht für den Verbraucher zudem mit Einschränkungen und Auflagen einher. Sämtliche Finanzen müssen offengelegt werden und das Vermögen wird verpfändet. In regelmäßigen Abständen muss dem Insolvenzverwalter / Treuhänder die laufende finanzielle Situation vorgelegt werden. Das Gleiche gilt für einen Wohnort- oder Arbeitsplatzwechsel.

Es wird erwartet, dass sich Schuldner um ein Einkommen bemühen. Hier hilft es, sich immer wieder das Ziel vor Augen zu halten. Ein weiterer Nachteil der Privatinsolvenz ist die schlechte Bonität, wodurch die Kreditwürdigkeit herabgestuft wird. Letzten Endes ist dies allerdings in den meisten Fällen ohnehin bereits eingetreten und die Nachteile der Privatinsolvenz sind weniger einschneidend, als es gerade klingen mag.

Zu guter Letzt könnten es Schuldner auch als Nachteil empfinden, dass einsehbar ist, wer eine Privatinsolvenz angemeldet hat. Dies ist seit 2002 über die Website Insolvenzbekanntmachungen der Fall.

PFLICHTEN IN DER WOHLVERHALTENSPHASE: Zu den sogenannten Obliegenheiten gehören u.a. das Bemühen um einen Arbeitsplatz, die Zahlung des pfändbaren Einkommens, die Mitteilung von Wohnort- oder Arbeitsplatzwechsel sowie die Vermeidung direkter Zahlungen an einzelne Gläubiger.

Nachteile im Überblick

  • Langwieriger Prozess.
  • Arbeitgeber weiß über das laufende Insolvenzverfahren Bescheid.
  • Ein negativer Schufaeintrag ist unvermeidlich.
  • Abschluss von Verträgen, beispielsweise für Handy oder Auto sind (aufgrund der Schufa) nicht möglich.
  • Für Dritte einsehbar, wer sich in einer Verbraucherinsolvenz befindet.

Fazit: Die Vorteile überwiegen

Der wichtigste Vorteil einer Privatinsolvenz ist der, dass Sie anschließend komplett schuldenfrei sind. Sie können bei Null anfangen und haben wieder eine echte Perspektive. Nach drei bis sechs Jahren -unabhängig von der Höhe – haben Sie keine Schulden mehr.

Privatinsolvenz ermöglicht einen Neustart

Privatinsolvenz ermöglicht einen Neustart

Sie müssen keine Besuche vom Gerichtsvollzieher oder überraschende Pfändungen vom Konto befürchten. Das Existenzminimum ist gesichert. Außerdem fällt es Ihnen wieder leichter, den Überblick über Ihre Finanzen zu behalten.

Da viele Nachteile auch ohne Insolvenzverfahren auftreten und die Gefahr besteht, dass die Situation unter finanziellen, psychischen und sozialen Gesichtspunkten weiter außer Kontrolle geraten kann, ist es bei hohen Schulden häufig die richtige Entscheidung, einen Insolvenzantrag zu stellen.

Kann eine Privatinsolvenz also ein finanzieller Rettungsring sein? Ja, auf jeden Fall!

STATISTIK: Seit 1999 ist es für private Verbraucher in Deutschland möglich, eine Insolvenz zu beantragen. Bis 2017 haben über 1,3 Millionen Personen davon Gebrauch gemacht! Quelle: Statistisches Bundesamt / DESTATIS

 

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