Umschuldung, Vergleich oder Privatinsolvenz - Welcher Weg ist der richtige?

09.02.2018

Wer Geldsorgen und hohe Schulden hat, sucht verzweifelt nach Auswegen, um den Schuldenberg schnell loszuwerden und wieder sorgenfrei leben zu können. Viele Schuldner ziehen dafür auch eine Umschuldung in Betracht.

In diesem Artikel möchten wir Ihnen zeigen, warum es für hochverschuldete Personen meist keine gute Idee ist, alte Kredite durch neue abzulösen. Und dabei das Augenmerk auf die außergerichtliche Schuldenbereinigung und die Privatinsolvenz richten.

Umschuldung: Darum ist ein neuer Kredit keine gute Lösung

Im Internet werden Sie von Kreditangeboten quasi überrollt. Insbesondere dann, wenn Sie schon einmal aktiv nach einem Kredit gesucht haben oder auf eine entsprechende Werbeanzeige geklickt haben. Wenn Sie nicht von Zeit zu Zeit den Cache Ihres Internetbrowsers löschen, verfolgt Sie die Werbung sogar wochen- oder monatelang.

Man erzählt Ihnen, wie günstig sie an einen Kredit zur Umschuldung kommen, wie niedrig die Zinsen sind und welche Vorteile Sie durch vermeintlich kleine monatliche Raten haben. Aber Fakt ist: Niemand schenkt Ihnen Geld!

Und wenn ein Angebot zu gut klingt, sollten Sie besonders hellhörig werden. Bei der Umschuldung handelt es sich um einen neuen Kredit, mit dem Sie alte Kredite ablösen. Im Normalfall sollten Sie für den neuen Kredit weniger Zinsen zahlen, so dass die monatliche Rate insgesamt sinkt.

Bei hoch verschuldeten Personen ist jedoch das Problem, dass sie nicht mehr kreditwürdig sind und entsprechende Schufa-Einträge haben. Falls eine Bank doch bereit sein sollte, einen Kredit zu gewähren, ist dieser meist sehr teuer. Es gilt immer, die die effektiven Jahreszinsen genau im Blick zu behalten. Was man auch nicht vergessen sollte, sind die Gebühren, die für die Ablösung alter Kredite fällig werden.

Die Schuldenspirale wird bei einer Umschuldung nicht gestoppt

Eine Umschuldung bedeutet neue Schulden. Bekommt man einen Kredit, mit dem man die alten ablösen kann und noch etwas übrig hat, vertagt sich das Problem nur noch. Und wird i.d.R. schlimmer als zuvor.

Hat man den Kredit für die Umschuldung bei einem unseriösen Finanzinstitut aufgenommen, kann sich die Situation nochmals verschärfen. Da diese meist im Ausland sitzen, sind sie rechtlich kaum zu belangen, z.B. was Wucherzinsen angeht. Außerdem sind solche „Kredithaie“ nicht für Ihre Flexibilität bekannt …

Die Nachteile bei einer Umschuldung sind für hoch verschuldete Personen nicht von der Hand zu weisen. Allein die Gefahr, dass Sie an einen unseriösen Kreditgeber gelangen könnten, sollte Ihnen zu denken geben.

Weitere Nachteile:

  • Der neue Kredit wird in die Schufa eingetragen.
  • Schufafreie Kredite sind zu teuer.
  • Von seriösen Banken bekommen Sie eine Absage. Im Idealfall mit dem Hinweis, Ihre finanzielle Situation grundlegend in den Griff zu bekommen.
  • Sollten Sie den Umschuldungskredit nicht tilgen können, riskieren Sie noch höhere Schulden. In vielen Fällen ist eine Privatinsolvenz dann die allerletzte Chance.

Mit einem erneuten Kredit fühlen Sie sich nicht wohler, auch wenn Sie mit dem Geld den überschuldeten Kredit auslösen und vielleicht temporär wieder liquide sind. Trotzdem sind Sie weiter an einen Kreditgeber gebunden.

Ein außergerichtlicher Vergleich kann funktionieren

Ein seriöser Schuldnerberater versucht zunächst, eine außergerichtliche Einigung mit Ihren Gläubigern zu erzielen. Häufig lassen sich Gläubiger auf Summen ein, die deutlich niedriger sind als die ursprüngliche Schuldensumme (Hier finden Sie Beispiele unserer Verhandlungsergebnisse). Warum? Fassen wir es mal so zusammen: „Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach!“

Haben alle Gläubiger dem Vergleich zugestimmt, ist das der beste Möglichkeit zur Schuldentilgung. Sie zahlen eine monatliche Rate, die Sie sich auch wirklich leisten können, und sind nach der vereinbarten Zeit schuldenfrei.

Sollte jedoch ein Gläubiger dem Schuldenbereinigungsplan nicht zustimmen, bleibt Ihnen keine andere Wahl als in die Privatinsolvenz zu gehen. Doch selbst diese Phase lässt sich gut überstehen. Sie müssen immer vor Augen haben, dass Sie am Ende schulden- und sorgenfreier leben können. Voraussetzung sind dabei die 5 Obliegenheiten, die ein Schuldner erfüllen muss.

Streben Sie den außergerichtlichen Vergleich an!

Umschuldung – außergerichtlicher Vergleich – Privatinsolvenz? Mit hohen Schulden stehen Sie im Prinzip vor diesen drei Optionen.

Von einer Umschuldung sollten Sie absehen, da Sie bereits Schulden haben und ein erneuter Kredit Ihnen langfristig keine wirkliche Erleichterung verschafft. Es ist löblich, die finanziellen Probleme weiterhin auf eigene Faust lösen zu wollen. Doch irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem man eine professionelle Schuldnerberatung in Betracht ziehen sollte.

Der beste, einfachste und meist schnellste Weg in ein schuldenfreies Leben ist die außergerichtliche Schuldenbereinigung. Und diese Herausforderung sollte man am besten gemeinsam mit Experten angehen. Denn die kennen sich aus, sind in den Verhandlungen mit Gläubigern deutlich versierter und versuchen, das Optimum für Sie zu erzielen.

Wenn ein Gläubigervergleich aus irgendeinem Grund nicht zustande kommen kann, ist der Weg in die Privatinsolvenz eine letzte Alternative. Zwar muss man für eine gewisse Zeit mit Einschränkungen leben, kann sich aber ebenfalls auf einen finanziellen Neuanfang freuen!

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