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Überschuldete Haushalte in Deutschland 2019 - Zahlen, Entwicklungen und Prognosen

27.03.2020

Die Anzahl der überschuldeten Haushalte in Deutschland ist 2019 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Prozentual gesehen lag die Überschuldungsquote 2019 bei 10 Prozent. Im Jahr zuvor hatte sie noch bei 10,04 Prozent gelegen.

In den folgenden Zeilen erfahren Sie mehr über den aktuellen Überschuldungsstand in Deutschland. Außerdem wagen wir eine Prognose, wie es mit der Überschuldung von Privatpersonen im Angesicht der Corona-Krise weitergeht.

Jeder Zehnte konnte seine Rechnungen nicht mehr bezahlen

Laut SchuldnerAtlas 2019 konnte ungefähr jeder zehnte Erwachsene in Deutschland seine Rechnungen nicht mehr dauerhaft oder gar nicht mehr begleichen. Rund 6,9 Millionen Bürger sind in Deutschland damit überschuldet, wobei der Männer (Überschuldungsquote: 12,46 %) häufiger überschuldet sind als Frauen (Überschuldungsquote: 7,65 %). Aktuell sind deutsche Privathaushalte mit ca. 29.000,- Euro verschuldet (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Verschiedene Ursachen für eine Überschuldung

Die Gründe für Überschuldungen sind vielfältig. Viele Menschen sind sicherlich unverschuldet in finanzielle Nöte geraten, andere haben jedoch einfach über ihre Verhältnisse gelebt – und dies dauerhaft.

Oft führt eine plötzliche Arbeitslosigkeit dazu, dass regelmäßige Posten wie Haus- oder Autokredite nicht mehr bedient werden können. Auch der Tod eines Ehepartners oder eine Scheidung kann zum Problem der Überschuldung führen.

Auch eine gescheiterte Selbstständigkeit ist oft ausschlaggebend für finanzielle Sorgen. Und ältere Menschen haben zudem das Problem, dass sie nur eine sehr kleine Rente beziehen. Da kann bereits eine Mieterhöhung eine existenzielle Krise auslösen. Senioren sind übrigens immer häufiger überschuldet. Die Überschuldung in der Altersgruppe “Über 70 Jahre” stieg im Vergleich zum Vorjahr 2019 um satte 45 %. Eine überaus besorgniserregende Entwicklung.

Andere Menschen wiederum haben eine unwirtschaftliche Haushaltsführung. Sie haben den Überblick über ihre Einnahmen- und Ausgabensituation komplett verloren. Hinzu kommt dann häufig ein ausschweifendes Konsumverhalten. Weitere Gründe können schließlich auch Krankheiten, ein Unfall oder eine Sucht sein.

Die häufigsten Ursachen für eine Überschuldung in 2019:

  • Arbeitslosigkeit (20,2 %)
  • Trennung, Scheidung, Tod (13,3 %)
  • Erkrankung, Sucht, Unfall (17 %)
  • Unwirtschaftliche Haushaltsführung (13,5 %)
  • Gescheiterte Selbständigkeit (8,6 %)
  • Längerfristiges Niedrigeinkommen (8,9 %)

Folgen einer Überschuldung

Zu den ersten sichtbaren Folgen einer Überschuldung gehören Einträge in die Schufa. Diese können dazu führen, dass die Kreditwürdigkeit (Bonität) sinkt. Anschaffungen auf Raten sind dann kaum mehr möglich.

In einem nächsten Schritt drohen Pfändungen oder Zwangsvollstreckungen. So kann einer Person, die ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, das Haus oder das Auto weggenommen werden.

Oftmals ist in einer solchen Situation die Privatinsolvenz die einzige Lösung. Diesen Schritt zu gehen, ist für viele nicht immer einfach. Das Insolvenzverfahren kann aber einen Neuanfang darstellen und die Schuldensituation in geordnete Bahnen lenken. Wer sich an die Regeln hält, ist nach spätestens sechs Jahren, ggf. sogar nach drei Jahren schuldenfrei.

Neben den bereits genannten Aspekten können aber auch psychische Belastungen eine Folge des Überschuldungsproblems sein. Diese sind nicht nur belastend, sondern können auch zu ernsthaften Erkrankungen wie Depressionen führen.

Überschuldung – historisch gesehen

In der deutschen Geschichte ist es immer mal wieder zu sehr hohen Überschuldungsquoten gekommen. Etwa nach dem Zweiten Weltkrieg oder auch nach der Wiedervereinigung. Letztere löste gerade in Ostdeutschland viele Probleme aus, weil dort viele Menschen ihren sicheren Arbeitsplatz verloren. Die Finanzkrise 2009/2010 löste ebenfalls einen deutlichen Anstieg aus.

Prognosen angesichts der Corona-Krise

Wie sich die aktuelle Corona-Krise genau auf die Überschuldung in 2020 auswirken wird, hängt größtenteils davon ab, wie lange der Alltag “pausieren” muss. Dass das Coronavirus für nahezu alle Privathaushalte eine finanzielle Herausforderung ist, zeichnet sich bereits nach wenigen Wochen ab.

Sollten tatsächlich viele Menschen ihren Job verlieren, wird sich das in der Statistik sehr schnell negativ bemerkbar machen. Selbst wer seinen Job behält, aber für längere Zeit mit einem reduzierten Kurzarbeitergeld auskommen muss oder seiner Tätigkeit als Selbstständiger nicht nachkommen kann, kann schnell in eine finanzielle Schieflage geraten.

Staat versucht finanzielle Folgen abzumildern

Die Bundesregierung und auch die Landesregierungen versuchen derzeit, mit verschiedenen Programmen die finanziellen Folgen der Corona-Krise abzumildern. So gibt es neben der flächendeckenden Zahlung von Kurzarbeitergeld inzwischen auch viele Angebote, mit denen etwa Selbstständige aus der Gastronomie, dem Einzelhandel oder dem Kultursektor unterstützt werden.

Fakt ist aber, dass fast jeder durch die Corona-Krise Geld verlieren wird. Und auch nach deren Bewältigung wird es noch einige Zeit dauern, bis sich die weltweite Wirtschaft von der Pandemie vollständig wieder erholt.

 

Photo by Thought Catalog on Unsplash


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