Schuldenbarometer 2018 - Zahl der Privatinsolvenzen gesunken

02.04.2019

Die Insolvenzen der deutschen Privatpersonen sind nach aktuellen Zahlen auch im Jahr 2018 wieder gefallen. Wie die neueste CRIF Bürgel Studie verdeutlicht, sind die Privatinsolvenzen in allen Altersklassen gegenüber dem Vorjahr gefallen. Es handelt sich dabei um das achte Jahr in Folge, in dem es weniger Privatpleiten gab.

Historisch ist mit 88.995 Privatinsolvenzen der geringste Wert seit dem Jahr 2004 erreicht worden. Hinter der Zahl verbergen sich die Verbraucherinsolvenzen sowie die Insolvenzverfahren für (ehemals) Selbständige. Auch für das Jahr 2019 rechnen die Fachleute der Studie “Schuldenbarometer 2018” mit einem Absinken der Daten.

Beschäftigungsentwicklung als Treiber

Die Entwicklung von Einkommen und Beschäftigung ist in Deutschland seit Jahren steigend, was ein entscheidender Faktor für den Rückgang der Privatinsolvenzen im Jahr 2018 darstellt. Laut Christian Bock, Geschäftsführer von CRIF Bürgel, gibt es sechs Gründe, die als Auslöser für eine Privatinsolvenz gelten:

  • Arbeitslosigkeit
  • Einkommensarmut
  • Gescheiterte Selbstständigkeit
  • Unwirtschaftliche Haushaltsführung
  • Veränderungen in der familiären Situation
  • Krankheit

Hauptgrund ist und bleibt jedoch die Arbeitslosigkeit. Und da diese seit Monaten ein neues Rekordtief nach dem anderen erreicht, sind auch die Privatinsolvenzen im Jahr 2018 auf einem sehr niedrigen Stand.

Unterstrichen wird dieser Zusammenhang durch einen Vergleich der Bundesländer. In der Hansestadt Bremen mit Bremerhaven kam es 2018 zu 166 Privatpleiten je 100.000 Einwohner. Das Bundesland hat aber auch die höchste Arbeitslosenquete mit 9,8 Prozent.

Im Gegensatz dazu hat Baden-Württemberg nur 3,2 Prozent Arbeitslose, wodurch hier auch nur 72 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner zu verzeichnen waren.

Vergleich der Bundesländer

Die Zahlen der Privatinsolvenzen zeigen ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Die Bundesländer im Norden weisen (zusammen mit dem Saarland) den höchsten Stand an Privatinsolvenzen auf, während im Süden deutlich weniger Fälle auftreten.

Bremen liegt mit 166 Privatpleiten je 100.000 Einwohner auf dem schlechtesten Platz, gefolgt von Niedersachsen (150) und dem Saarland (146). Die südlichen Bundesländer Baden-Württemberg (72), Bayern (73) und Hessen (93) verzeichneten 2018 die wenigsten Verbraucher, die sich in eine Inolvenz begeben haben.

Auch im Städtevergleich “gewinnt” der Süden

Ähnlich wie bei den Ländern sieht es im Städteranking der dreißig größten Städte aus. Die südlichen urbanen Räume Stuttgart (70), Karlsruhe (85) und München (85) liegen auf den ersten Plätzen.

Die meisten Privatinsolvenzen gab es jedoch in der Rheinstadt Mannheim (224) gefolgt von der Region Rhein-Ruhr mit Gelsenkirchen (223), Mönchengladbach (214) und Dortmund (189). Dortmund hat hier mit +15,3% den höchsten Anstieg gegenüber 2017 erlitten, während sich in Gelsenkirchen die Situation langsam verbessert (-13,3%).

Schuldenbarometer 2018 – Fast alle Zahlen haben sich verbessert

Mit Hinblick auf Länderzugehörigkeit, Geschlecht und Alter haben sich alle Zahlen durchgehend gegenüber 2017 verbessert. Der Rückgang nach Geschlecht kann als annähernd gleich bezeichnet werden und entspricht in etwa dem deutschen Durchschnitt von -5,4 %. Männer sind jedoch mit 128 Fällen je 100.000 Einwohner weiterhin deutlich häufiger betroffen als Frauen (87 Fälle).

Die größte Verbesserung bei den Bundesländern erreichte Bremen mit -16,6 % gefolgt von Rheinland-Pfalz (-11,5%). Sachsen und Hessen konnten sich hingegen nur um Nuancen verbessern (-0,1%). Mit Blick auf die Altersstruktur sind noch immer Personen im Alter von 31-40 Jahren am stärksten betroffen. Hier kam es zu 50.623 Fällen, was mehr als der Hälfte aller Privatinsolvenzen entspricht.


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