Ist Kindergeld pfändbar?

19.09.2017

Wachsen Ihnen die Schulden über den Kopf? Eine Pfändung ist leider ein deutliches Anzeichen dafür, dass es finanziell nicht rund läuft. Ist das bei Ihnen auch so? Die gute Nachricht: Mit einem außergerichtlichen Vergleich oder einer Privatinsolvenz können Sie der Schuldenspirale entkommen.

Die Experten unserer Schuldnerberatung können Ihnen meist schon während der kostenlosen Erstberatung sagen, welchen Weg Sie beschreiten sollten. Je schneller Sie sich bei uns melden, desto besser!

 


Bis 2010 war Kindergeld unpfändbar

Schuldner sind der Pfändung ausgesetzt, wenn der Gläubiger einen vollstreckbaren Titel vorliegen hat. Diese Titel können vor einem Gericht erwirkt werden. Bestimmte Behörden wie das Finanzamt oder die Kassen der Städte, Kreise und Gemeinden sowie die Krankenkassen können auch ohne Vorliegen eines Titels eine Pfändung herbeiführen. Der Gläubiger entscheidet, auf welche Weise er die Pfändung vornimmt.

Neben der Lohn- und Gehaltspfändung sind dabei Kontopfändungen sehr beliebt. Auf das Konto gehen nicht nur Lohnzahlungen, sondern auch Sozialleistungen ein. Zu diesen Sozialleistungen gehört auch das Kindergeld. Über viele Jahre bestand die Regelung, dass Sozialleistungen nicht pfändbar sind.

Dies hat sich seit dem 1. Juli 2010 geändert, seit es das Pfändungsschutzkonto gibt. Durch ein solches Konto kann ein Schuldner über den pfändungsfreien Betrag verfügen. Außerdem wird auf diese Weise sein soziokulturelles Existenzminimum gesichert.

Pfändungsschutzkonto einrichten

Um das Kindergeld vor der Pfändung zu schützen, müssen Sie ein Pfändungsschutzkonto einrichten. Ihre Bank ist verpflichtet, für Sie ein sogenanntes P-Konto zu führen, wenn Sie nicht bereits bei einer anderen Bank ein solches Konto besitzen. Grundsätzlich dürfen Sie nur ein Pfändungsschutzkonto haben. Dieses Konto wird in der Schufa eingetragen, womit verhindert werden soll, dass Sie mehrere Pfändungsschutzkonten eröffnen.

Der Pfändungsschutz erstreckt sich nicht auf einzelne Leistungen, sondern auf alle Geldeingänge. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie Kindergeld, Lohn oder Gehalt oder finanzielle Unterstützung von Ihrer Familie bekommen. Alle Einzahlungen sind bis zu einem pfändungsfreien Betrag geschützt.

Wie hoch dieser ist, ergibt sich aus Ihren persönlichen Verhältnissen. Sie bekommen für sich selbst einen Grundfreibetrag. Darüber hinaus können Sie für jede Person, die Ihrer Unterhaltspflicht unterliegt, weitere Freibeträge auf Antrag bekommen.

Der Grundfreibetrag wird in regelmäßigen Abständen von der Regierung angepasst und steht jedem zu, unabhängig davon, ob Kinder im Haushalt leben oder der Unterhaltspflicht bedürfen. Er liegt laut aktueller Pfändungstabelle 2017 bei 1140,- Euro. Erst wenn Sie mehr verdienen, darf bei Ihnen gepfändet werden. Wenn Sie einen Anspruch auf Kindergeld haben, erhöht sich der Pfändungsfreibetrag um jedes Kind. Bei einem Kind steigt die Pfändungsfreigrenze auf 1.570,- Euro.

Kindergeld zählt zum Einkommen

Das Kindergeld wird zum Einkommen hinzugerechnet. Das bedeutet, dass es nicht gepfändet werden kann, wenn alle Einzahlungen, die über das Kindergeld hinaus auf Ihrem Konto eingehen, den Freibetrag nicht übersteigen.

Sollten Sie mehr verdienen und darüber hinaus Kindergeld bekommen, kann die Bank auch das Kindergeld pfänden. Genau genommen wurde in diesem Fall aber eine Einkommenspfändung vorgenommen, denn Sie haben mehr verdient, als es der Freibetrag erlaubt.

Wenn Sie jedoch keinen Pfändungsschutz auf Ihr Konto beantragen, ist das Kindergeld pfändbar. Sie können den Pfändungsschutz bis zu vier Wochen nach einer erfolgten Kontopfändung veranlassen.


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