VERBRAUCHERINSOLVENZ / PRIVATINSOLVENZ

Hinweis: Aus Vereinfachungsgründen – und weil der Begriff „Privatinsolvenz“ umgangssprachlich tief verankert ist – benutzen wir die Begriffe synonym.

Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Informationen über die Verbraucherinsolvenz. Falls Sie unsere Schuldnerberatung in Anspruch nehmen möchten, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme. Wir informieren Sie auch darüber, ob eine Privatinsolvenz für Sie in Frage kommt.

Rufen Sie uns an oder nutzen Sie das Formular, um eine unverbindliche und kostenlose Erstberatung zu vereinbaren!

Was versteht man unter einer Verbraucherinsolvenz?

Die Verbraucherinsolvenz wurde 1999 auf Grundlage der Insolvenzordnung eingeführt. Zahlungsunfähige Verbraucher haben seitdem die Möglichkeit, sich ihrer Schulden zu entledigen. Im Prinzip ist die Privatinsolvenz die Chance auf einen finanziellen Neuanfang.

Wer kann eine Privatinsolvenz anmelden?

Für natürliche Personen, die noch nie selbständig waren, ist eine Anmeldung zum Privatinsolvenzverfahren jederzeit möglich, unabhängig von der Anzahl der Gläubiger.

Dazu gehören u.a.

Ehemalige Selbständige können das Verbraucherinsolvenzverfahren ebenfalls beantragen. Sie dürfen jedoch nicht mehr als 19 Gläubiger oder Verbindlichkeiten aus Arbeitsverhältnissen (z.B. ausstehende Löhne und Gehälter) haben.

Ehemalige Selbständige, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, sowie juristische Personen haben keinen Anspruch auf eine Verbraucherinsolvenz und müssen auf eine Regelinsolvenz bzw. Firmeninsolvenz ausweichen.

Zur Abgrenzung von Regelinsolvenz und Verbraucherinsolvenz finden Sie hier ein Schaubild!

Was sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine private Insolvenz?

Die zwei wichtigsten Voraussetzungen, um erfolgreich einen Antrag auf Privatinsolvenz zu stellen, sind:

  • Das Vorliegen einer (drohenden) Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung.
  • Das Scheitern einer außergerichtlichen Schuldenbereinigung mit den Gläubigern.

Als Schuldnerberater ist es unser oberstes Ziel, eine Lösung mit Ihren Gläubigern zu finden und ein Insolvenzverfahren zu vermeiden. Das ist der einfachste und für Sie günstigste Weg, da Sie dadurch Gerichtsgebühren und die Kosten für einen Insolvenzverwalter vermeiden.

Sollten unsere Bemühungen scheitern, was selten der Fall ist, begleiten wir Sie in die Verbraucherinsolvenz. Als geeignete Personen bescheinigen wir Ihnen den außergerichtlichen Schuldenbereinigungsversuch (nach § 305 InsO).

Wie lange dauert es bis man schuldenfrei ist?

Nachdem das Gericht das Insolvenzverfahren eröffnet hat, dauert es maximal sechs Jahre bis zur Restschuldbefreiung.

Seit dem 1. Juli 2014 und der Reform des Insolvenzrechts ist eine Verkürzung des Verfahrens möglich. Fünf Jahre dauert das Verfahren, wenn der Schuldner es schafft, die gesamten Verfahrenskosten zu begleichen.

Damit die Insolvenz nur drei Jahre dauert, muss der Schuldner in diesem Zeitraum mindestens 35% seiner Schulden (inkl. Verfahrenskosten) zahlen, was jedoch in der Praxis nicht so häufig vorkommt. Ob das in Ihrem Fall realistisch ist, können Sie mit Hilfe unseres Schuldenfrei-Rechners schnell herausfinden!

Welche Vorteile hat eine Privatinsolvenz?

  • Schuldenfrei nach drei, fünf oder sechs Jahren
  • Keine Konto- oder Lohnpfändungen mehr
  • Existenzminimum ist gesichert
  • Finanzieller Neustart
  • Schufa-Einträge werden gelöscht (drei Jahre nach Ablauf der Wohlverhaltensphase)

Was sind die Nachteile eines Verbraucherinsolvenzverfahrens?

  • Arbeitgeber muss informiert werden – Änderungen in der Lohnbuchhaltung notwendig
  • Einschränkung des Konsumverhaltens – z.B. Ratenkäufe nicht mehr möglich
  • Rechenschaftspflicht gegenüber dem Treuhänder
  • Wohnungs- und Vertragswechsel (z.B. Strom- oder Telefonanbieter) kaum möglich

Wieviel Geld bleibt dem Schuldner währen der Insolvenz (laut aktueller Pfändungstabelle 2017)?

Bei Schuldnern mit einem Einkommen bis zu 1.139 Euro (netto) wird nichts gepfändet. Die Pfändungstabelle 2017 beginnt bei 1.140 Euro und bestimmt in 10-Euro-Schritten, welcher Betrag vom Einkommen während der Privatinsolvenz einbehalten wird. Dabei ist es auch wichtig, für wieviele Kinder Unterhalt gezahlt werden muss. Die Obergrenze liegt bei 3.475,79 Euro, d.h. darüber kann voll gepfändet und an die Gläubiger ausgezahlt werden.

Beispiele:

  • Wer kinderlos ist und 1.800 Euro netto verdient, zahlt 466,34 Euro an seine Gläubiger.
  • Bei gleichem Lohn / Gehalt und einem Kind reduziert sich die Abgabe auf 119,75 Euro.
  • Hat der Schuldner drei Kinder, bleibt ihm hingegen sein volles Einkommen.

Hier geht es zu unserem Pfändungsrechner!

Wie ist der Ablauf eines Privatinsolvenzverfahrens?

  • Außergerichtliche Schuldenregulierung: Es wird ein Schuldenbereinigungsplan erarbeitet, dem ALLE Gläubiger zustimmen und dementsprechend auf Zahlungen und Forderungen verzichten müssen. Stimmt nur ein Gläubiger gegen den Plan, bleibt dem Schuldner der Weg in die Privatinsolvenz.
  • Gerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren: Der Schuldner beantragt das Verbraucherinsolvenzverfahren und muss dafür z.B. die Bescheinigung nach § 305 InsO über das Scheitern der außergerichtlichen Einigung vorweisen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine gerichtliche Einigung zustande kommt, ist relativ gering.
  • Privatinsolvenzverfahren: Sollte es auch durch das Gericht zu keinem Schuldenbereinigungsplan gekommen sein, wird das Insolvenzverfahren eröffnet.
  • Wohlverhaltensphase: Während dieser Phase muss der Schuldner den pfändbaren Anteil seines Einkommens an einen Treuhänder zahlen. Hier finden Sie weitere Details zur Wohlverhaltensphase!
  • Restschuldbefreiung: Hat der Schuldner alle Verpflichtungen erfüllt, hat er sich endgültig von seinen Schulden befreit. Hier finden Sie weitere Details zur Restschuldbefreiung! Unter Umständen ist auch eine Versagung der Restschuldbefreiung möglich.
  • KOSTENLOSE ERSTBERATUNG

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