Hohe Schulden - Was tun bei Zahlungsunfähigkeit?

06.09.2017

Die Gründe, warum man als Privatperson oder Unternehmen in eine finanzielle Schieflage gerät und hohe Schuldenberge anhäuft, sind vielfältig. Ebenso facettenreich ist die Art und Weise, wie Schuldner mit ihrer Situation umgehen.

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die Ursachen, die zu einer Überschuldung führen können. Anschließend skizzieren wir, wie Schuldner auf die wirtschaftliche Notsituation reagieren. Und zum Schluss zeigen wir Ihnen, wie man am besten aus der Schuldenfalle herauskommt.

Aber zunächst möchten wir den Begriff der Überschuldung genauer erläutern:

Überschuldung ist ein Zustand exzessiver Schulden, den der Schuldner nach menschlichem Ermessen nicht mehr aus vorhandenen Einnahmen oder Vermögen beseitigen kann. (siehe Wikipedia)

Wie kommt es bei Privatpersonen zu Zahlungsschwierigkeiten?

Zu den häufigsten Gründen für eine Zahlungsunfähigkeit bei Privatpersonen gehört die Arbeitslosigkeit. Das ist leicht nachzuvollziehen, denn wenn von heute auf morgen das finanzielle Fundament ganz oder teilweise wegbricht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man Rechnungen nicht mehr bezahlen kann.

Ebenso wie die Arbeitslosigkeit sind Krankheit oder Unfälle harte Schicksalsschläge, die nicht nur die Psyche belasten, sondern auch den Geldbeutel. Das gilt insbesondere für Personen, die unterversichert sind. Geht es um Schadenersatz oder sonstige finanziellen Zuwendungen, müssen kranke oder verletzte Menschen nicht selten um jeden Cent streiten, was sehr lange dauern kann. Im schlimmsten Fall fühlt man sich als Einzelner als "Spielball" von Versicherungen und Krankenkassen. Auch in dieser Situation kann es schwierig sein, das finanzielle Gleichgewicht beizubehalten.

Während die bisher genannten Ursachen überwiegend nicht selbst verschuldet sind, gibt es natürlich auch individuelle Verhaltensweisen, die in einer Zahlungsunfähigkeit enden können. Zu nennen wären beispielsweise ein übertrieben hoher Lebensstandard oder eine Sucht. In beiden Fällen hätte man es - zumindest theoretisch - in der Hand, hohe Schulden zu vermeiden. In der Praxis sieht das in den meisten Fällen leider ganz anders aus.

Wie geraten Unternehmen in finanzielle Not?

Wie bei den Privatpersonen sind die Ursachen breit gefächert. Am bedauerlichsten sind sicherlich Forderungsausfälle, d.h. die Firma bleibt trotz geleisteter Arbeit oder gelieferter Produkte auf ihren Kosten sitzen. Insbesondere kleine Unternehmen sind in einer solchen Situation nicht in der Lage, die finanzielle Lücke zu schließen, und können dann selbst ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen. Forderungsausfälle sind jedoch nicht in jedem Fall als unvorhersehbarer Schicksalsschlag zu bewerten. Häufig werden Anzeichen für Zahlungsprobleme des Kunden ignoriert, es wird Ausreden geglaubt oder es werden - bei großen Summen - keine Teilzahlungen vereinbart.

Ein weiterer Grund für Zahlungsschwierigkeiten bei Firmen ist der große Wettbewerb am Markt. Gerade im Rahmen der Globalisierung und in Zeiten schneller Vergleichbarkeit via Internet ist es für Unternehmen eine alltägliche Aufgabe, sich am Markt zu behaupten. Wer dort keine konkurrenzfähigen Produkte oder Dienstleistungen anbietet und nur wenig Umsatz generiert, hat bald mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Weitere Gründe könnten z.B. sein: zu hohe Privatausgaben des Unternehmers, zu viele Mitarbeiter und der Mangel an Reserven.

Falsche Reaktionen beim Umgang mit der Überschuldung

Wer mit Zahlungsproblemen zu kämpfen hat, reagiert völlig unterschiedlich. Während einige die Situation relativ schnell richtig einschätzen und sich professionelle Hilfe suchen, versuchen es andere noch sehr lange auf eigene Faust. Die kontraproduktivsten Reaktionen sind:

  • "Den Kopf in den Sand stecken": Der Schuldner verschanzt sich in seiner Wohnung, öffnet seine Post nicht mehr und nimmt auch keine Telefonate mehr entgegen. Neben der Tatsache, dass dieses Verhalten das Problem verschlimmert, besteht die Gefahr, dass der Schuldner sich sozial komplett isoliert.
  • Immer mehr Schulden machen: Nach dem Motto "Jetzt ist es eh egal" gibt es Schuldner, die immer wieder neue Kredite aufnehmen, um die alten bedienen zu können. Dabei entsteht ein Teufelskreis, aus dem es kein Entrinnen gibt. Besonders schlimm kann es werden, wenn der Schuldner bei halbseidenen Personen Kredite zu Wucherzinsen aufnimmt.

Handelt ein Unternehmen nach einem ähnlichen Muster, ist das nicht nur kontraproduktiv, sondern unter Umständen sogar strafbar. Denn sobald es eindeutige Zeichen auf eine Überschuldung gibt, müssen Firmen einen Insolvenzantrag stellen. Geschieht dies nicht, handelt es sich um eine sogenannte Insolvenzverschleppung.

Der richtige Umgang mit hohen Schulden

Ob privat oder geschäftlich - bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ist es möglich, eine außergerichtliche Schuldenbereinigung mit den Gläubigern zu erzielen. Wer das Heft des Handelns in der eigenen Hand behalten möchte, sollte also rechtzeitig mit seinen Gläubigern sprechen und auf die eigene Situation hinweisen.

Effektiver ist es jedoch, eine seriöse Schuldnerberatung mit dieser Aufgabe zu betrauen. Das hat den Vorteil, dass professionelle Schuldnerberater bzw. Rechtsanwälte für Insolvenzrecht im Umgang mit Gläubigern und Gerichten äußerst versiert sind. Außerdem ...

  • verbessert man seine Verhandlungsposition, wenn man einen Rechtsanwalt als Partner hat.
  • ist man juristisch immer auf der sicheren Seite.
  • wird die gesamte Korrespondenz mit den Gläubigern vom Schuldnerberater übernommen.

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Falls es mit den Gläubigern zu keiner Lösung kommt, steht dem Schuldner noch eine Privatinsolvenz und einem Unternehmen die Firmeninsolvenz zur Verfügung, um sich der hohen Schulden zu entledigen. Der Schuldner ist dann frühestens nach einer Wohlverhaltensphase von drei Jahren schuldenfrei, spätestens nach sechs Jahren. Auch hier ist es überaus sinnvoll, sich um juristische Hilfe zu bemühen.

Haben Sie mit hohen Schulden zu kämpfen? Sind Sie (nahezu) zahlungsunfähig? Dann warten Sie nicht länger und nehmen Sie unsere unverbindliche und kostenlose Erstberatung in Anspruch!

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